Ein historisches Brauhaus im Herzen der Düsseldorfer Altstadt, das traditionelle Braukunst, rheinische Soziokultur und unverkennbare Bierspezialitäten vereint.

„Mein Name ist Jakob Diener”

  • Ich bin freiberuflicher Journalist aus Nordrhein-Westfalen in Deutschland und in Düsseldorf-Lierenfeld geboren.

„Vom mürrischen Bäcker zum weltberühmten Spitznamen”

  • Inmitten des lebendigen Treibens der Düsseldorfer Altstadt schlägt das geschäftige Herz der rheinischen Braukultur.
  • Die Uerige Obergärige Hausbrauerei ist weit mehr als eine gewöhnliche Gaststätte.
  • Sie ist ein lebendiges Denkmal traditionsreicher Braukunst.
  • Sie gilt als eine der wenigen verbliebenen Hausbrauereien im historischen Kern Düsseldorfs, in der die wesentlichen Schritte des Brauprozesses unter einem Dach stattfinden.
  • Die Geschichte der historischen Gemäuer reicht weit über die reine Bierherstellung hinaus.
  • Ursprünglich diente der Gebäudekomplex als elegantes Patrizierhaus, als geschäftige Poststation unter dem Namen „Zum Heydelberger Fass“ sowie als beliebtes Weinlokal.
  • Im 19. Jahrhundert wurden in den Räumlichkeiten zeitweise sogar die Tiere wandernder Schausteller untergebracht.
  • Die eigentliche Erfolgsgeschichte der Brauerei begann im Jahr 1862, als der Bäcker und Bierbrauer Wilhelm Cürten das Anwesen erwarb und dort eine Braustätte einrichtete.
  • Da der Brauherr von den Düsseldorfern aufgrund seiner wortkargen und mürrischen Art liebevoll „ueriger Willem“ genannt wurde, übertrug sich dieser einprägsame Spitzname schnell auf das gesamte Lokal und schließlich auf das hier gebraute Bier.
  • Seit Anfang 1976 befindet sich das Traditionsunternehmen im Besitz der Familie Schnitzler, die das Erbe mit großer Leidenschaft fortführt.
  • Seit 1999 prägt Michael Schnitzler die Leitung des Hauses.

„Traditionelles Brauhandwerk trifft auf kompromisslose Qualität

  • Was das Uerige im Zeitalter hochautomatisierter Großbrauereien so einzigartig macht, ist das konsequente Festhalten an traditionellen Herstellungsverfahren.
  • Während moderne Betriebe häufig geschlossene Edelstahltanks nutzen, kommt hier noch ein offenes Kühlschiff zur schrittweisen Abkühlung der kochenden Bierwürze zum Einsatz.
  • Anschließend wird die Flüssigkeit über einen imposanten, offenen Berieselungskühler aus glänzendem Kupfer geleitet, um die optimale Anstelltemperatur für die hauseigene Reinzuchthefe zu erreichen.
  • Auch beim Hopfen werden keine Kompromisse eingegangen.
  • Anstelle von künstlichen Extrakten oder Pellets verwendet die Brauerei naturbelassenen Doldenhopfen aus renommierten Anbaugebieten wie der Hallertau oder der Region Spalt.
  • Dies verleiht dem bernsteinfarbenen Uerige Alt seine charakteristische, feinherbe Note.
  • Mit seinem ausgeprägten Bitterprofil zählt es zu den markantesten Altbieren Deutschlands.

„Räumliche Vielfalt und die Magie der verdeckten Starkbiere

  • Das imposante Bauwerk hat sich über die Jahrzehnte durch stetige Erweiterungen zu einem faszinierenden, verwinkelten Labyrinth aus geschichtsträchtigen Räumen entwickelt.
  • Neben der belebten Schwemme im Eingangsbereich laden gemütliche Stuben wie das Neweaan, das Handwerkerstübchen oder das Stickum zum Verweilen ein.
  • Ein besonderes Highlight im Jahreskalender ist das sogenannte Sticke.
  • Der Begriff leitet sich vom rheinischen Wort für etwas Heimliches oder Geflüstertes ab und geht auf eine alte Brauertradition zurück.
  • Wenn der Braumeister einst beim Abmessen der Zutaten besonders großzügig war, entstand ein kräftigeres, malzbetonteres Starkbier, das den Stammgästen früher angeblich heimlich unter der Hand zugesteckt wurde.
  • Noch heute wird dieses kräftige Spezialbier traditionell nur an zwei Stichtagen im Jahr ausgeschenkt und gefeiert.
  • Diese liegen jeweils am dritten Dienstag im Januar und im Oktober.

„Rheinische Lebensfreude und zukunftsorientierte Vielfalt

  • Ein Besuch im Uerige ist immer auch ein tiefes Eintauchen in die unverfälschte Düsseldorfer Soziokultur.
  • Die urigen Kellner, auf Rheinisch „Köbesse“ genannt, sorgen in ihren traditionellen blauen Strickwesten für pausenlosen Nachschub an frisch gezapftem Bier.
  • Möchte ein Gast kein weiteres Bier mehr, signalisiert er dies, indem er seinen Bierdeckel auf das Glas legt.
  • Kulinarisch wird die Geselligkeit durch rustikale Brauhausspezialitäten wie Mettbrötchen, Soleier, Blutwurst oder Treberbrötchen ergänzt.
  • Bei Letzteren stammen die verwendeten Malzrückstände direkt aus dem eigenen Sudhaus.
  • Doch das Traditionshaus blickt keineswegs nur zurück.
  • Mit einer eigenen Destillationsanlage zur Herstellung feiner Spirituosen wie dem Single-Malt-Whisky Baas, fruchtigen Fassbrausen, einer alkoholfreien Altbier-Variante und exklusiven Kooperationen beweist die Brauerei eindrucksvoll, wie sich gelebtes Brauchtum und zeitgemäße Innovation miteinander verbinden lassen.
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