• Wenn ich über die Basilika St. Lambertus in Düsseldorf spreche, geht es für mich nicht einfach um eine alte Kirche in der Düsseldorfer Altstadt.
  • St. Lambertus ist ein Stück Düsseldorfer Stadtgeschichte.
  • Die Kirche steht am Stiftsplatz unmittelbar am Rhein und gehört zu den bekanntesten historischen Bauwerken der Stadt.
  • Ihre Geschichte reicht weit zurück.
  • Die heutige gotische Kirche entstand im Wesentlichen im 14. Jahrhundert und ist eng mit der Entwicklung Düsseldorfs und dem Bergischen Herrscherhaus verbunden.
  • In ihr treffen deshalb mehrere Jahrhunderte Düsseldorfer Geschichte unmittelbar aufeinander.

„Eine Kirche als historisches Gedächtnis der Stadt“

  • Besonders interessant finde ich, dass St. Lambertus über Jahrhunderte nicht ausschließlich ein religiöser Ort war.
  • Die Kirche und ihr Umfeld waren eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden.
  • Auch historische Schriftstücke und wichtige Unterlagen wurden in ihrem Umfeld aufbewahrt.
  • Das Pfarrarchiv von St. Lambertus gehört deshalb selbst zur Geschichte des Ortes.
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg war dieses Archiv durch die Auslagerung und die anschließenden Veränderungen stark durcheinandergeraten.
  • 1954 begann die Archivberatungsstelle des Landschaftsverbandes Rheinland damit, die Bestände wieder zu ordnen.
  • 1956 konnten sogar mehrere abhandengekommene Papstprivilegien aus dem späten 14. Jahrhundert für das Archiv zurückgewonnen werden.
  • Die eigentliche Verzeichnung wurde ab 1961 weitergeführt und im Sommer 1962 abgeschlossen.
  • 1963 erschien anschließend das wissenschaftliche „Inventar des Archivs der Pfarrkirche St. Lambertus in Düsseldorf“.
  • Das von Dietrich Höroldt bearbeitete Werk umfasst 370 Seiten und erschien als Band 9 der Reihe „Inventare nichtstaatlicher Archive“.
  • Damit wurde die Geschichte von St. Lambertus nicht nur bewahrt, sondern auch wissenschaftlich erschlossen.

„Die Fürstengruft und die Wiederentdeckung der Vergangenheit“

  • Eine besonders eindrucksvolle Geschichte begann ebenfalls in dieser Nachkriegszeit.
  • Bei Restaurierungsarbeiten wurde am 26. März 1954 der alte Zugang zur Fürstengruft wiederentdeckt.
  • Die dort vorhandenen Gebeine aus dem Bergischen Herrscherhaus wurden anschließend gerichtsmedizinisch untersucht.
  • Am 6. Mai 1960 wurden sie wieder in der Fürstengruft beigesetzt.
  • Damit wurde ein Teil der Düsseldorfer und bergischen Geschichte, der lange Zeit kaum zugänglich gewesen war, wieder sichtbar.
  • Für mich ist das ein entscheidender Punkt.
  • St. Lambertus wurde nach dem Krieg nicht einfach nur baulich wiederhergestellt.
  • Man begann gleichzeitig damit, die Geschichte dieser Kirche und ihrer Menschen neu zu erforschen.

„Neue Kunst für eine alte Kirche“

  • In genau diese Zeit fällt auch eine bemerkenswerte künstlerische Erneuerung.
  • Ewald Mataré schuf das Hauptportal von St. Lambertus in der Zeit um 1958 bis 1960.
  • Damit erhielt die jahrhundertealte Kirche ein bedeutendes Kunstwerk des 20. Jahrhunderts.
  • Auch Friedrich Becker hinterließ an St. Lambertus eine Arbeit, die später zu einem der bekanntesten Düsseldorfer Stadtsymbole werden sollte.
  • 1960 wurde sein Radschläger als Türknauf an einer Seitentür der Kirche angebracht.
  • Dieser erste von Becker gestaltete Radschläger ist bis heute an St. Lambertus vorhanden.
  • Das ist eine interessante Verbindung zwischen der historischen Kirche und dem modernen Düsseldorf.
  • Der Radschläger steht heute für Düsseldorf.
  • Seine konkrete künstlerische Form erhielt dieses bekannte Symbol jedoch erst im 20. Jahrhundert.

„1960 – ein Schlüsseljahr für St. Lambertus“

  • Wenn man die verschiedenen Entwicklungen zusammen betrachtet, fällt auf, wie viele wichtige Ereignisse sich um das Jahr 1960 konzentrieren.
  • Die Fürstengruft wurde wieder eingerichtet.
  • Friedrich Beckers Radschläger kam an die Kirche.
  • Ewald Matarés Portal entstand in dieser Zeit.
  • Und auch die Kirchenmusik erhielt einen neuen wichtigen Bestandteil.
  • 1960 baute Johannes Klais aus Bonn eine neue Chororgel für St. Lambertus.
  • Das Instrument trug die Opusnummer 1184 und besaß zunächst 19 Register.
  • Damit haben wir zugleich einen direkten Übergang zur Geschichte der Kirchenmusik.
  • St. Lambertus war also nicht nur ein Ort der Architektur und bildenden Kunst.
  • Auch die Orgelgeschichte gehört zu ihrer Entwicklung.
  • Genau hier lässt sich später die Verbindung zu meinem Projekt „Musiker aus Europa“ herstellen.

„Und dann kommt mein Jahr 1962“

  • Für mich persönlich wird die Geschichte an dieser Stelle besonders interessant.
  • Ich wurde 1962 in Düsseldorf-Lierenfeld geboren.
  • Genau in diesem Jahr befand sich St. Lambertus weiterhin mitten in einer künstlerischen und wissenschaftlichen Erneuerungsphase.
  • Die Kirchenfenster wurden in dieser Zeit von mehreren Künstlern gestaltet.
  • Ludwig Baur arbeitete an den Fenstern von 1958 bis 1964.
  • Vincenz Pieper war um 1960 und 1961 beteiligt.
  • Robert Rexhausen wird ausdrücklich für das Jahr 1962 genannt.
  • Damit gibt es eine tatsächliche zeitliche Verbindung zwischen meinem Geburtsjahr und der Geschichte von St. Lambertus.
  • Es handelt sich dabei nicht um eine nachträglich konstruierte Verbindung.
  • Während ich 1962 in Düsseldorf geboren wurde, wurde an einer der bedeutendsten Kirchen meiner Geburtsstadt weiter an ihrer künstlerischen Ausstattung gearbeitet.
  • Gleichzeitig wurde im selben Jahr die Neuordnung des Pfarrarchivs abgeschlossen.
  • Das gefällt mir besonders an dieser Geschichte.
  • 1962 steht damit bei St. Lambertus gleichzeitig für Kunst und für die Bewahrung von Geschichte.

„Eine Kirche zwischen Mittelalter und Moderne“

  • St. Lambertus zeigt dadurch sehr deutlich, wie Geschichte funktioniert.
  • Die mittelalterliche Kirche ist noch vorhanden.
  • Das spätmittelalterliche Sakramentshaus ist Teil der Ausstattung.
  • Das Grabmal Herzog Wilhelms V. erinnert an die Verbindung zum Bergischen Herrscherhaus.
  • Die Fürstengruft bewahrt die sterblichen Überreste früherer Herrscher.
  • Die barocke Ausstattung erzählt wiederum von einer anderen Epoche.
  • Und daneben stehen Kunstwerke des 20. Jahrhunderts.
  • Mataré.
  • Becker.
  • Baur.
  • Pieper.
  • Rexhausen.
  • Dazu kommt die Orgelgeschichte mit Johannes Klais.
  • St. Lambertus ist deshalb kein Museum.
  • Die Kirche zeigt vielmehr, wie unterschiedliche Generationen mit einem historischen Ort umgegangen sind.

„1974 – aus der historischen Kirche wird eine Basilika“

  • Zwölf Jahre nach meinem Geburtsjahr kam ein weiterer wichtiger Abschnitt hinzu.
  • Am 17. Oktober 1974 wurde St. Lambertus zur Basilica minor erhoben.
  • Ich war zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt.
  • Damit ergibt sich für mich persönlich eine interessante zeitliche Klammer.
  • 1962 wurde ich in Düsseldorf geboren.
  • 1974 erhielt die Kirche, die zu den großen historischen Wahrzeichen meiner Geburtsstadt gehört, den Rang einer Basilica minor.
  • Dazwischen liegen zwölf Jahre, in denen sich mein eigenes Leben und die Geschichte dieser Kirche zeitlich überschneiden.

„Mein persönlicher Blick auf St. Lambertus“

  • Mein Name ist Jakob Diener.
  • Ich bin freiberuflicher Journalist aus Nordrhein-Westfalen in Deutschland und wurde in Düsseldorf-Lierenfeld, Stadtbezirk 8, geboren.
  • Wenn ich heute auf St. Lambertus schaue, sehe ich deshalb nicht nur eine historische Kirche.
  • Ich sehe einen Ort, dessen Geschichte bereits Jahrhunderte vor meiner Geburt begonnen hatte und in meinem Geburtsjahr 1962 noch immer weitergeschrieben wurde.
  • Die Fürstengruft war wiederentdeckt und wissenschaftlich untersucht worden.
  • Das Pfarrarchiv wurde neu geordnet.
  • Neue Kunstwerke entstanden.
  • Neue Kirchenfenster wurden geschaffen.
  • Eine neue Klais-Orgel war installiert worden.
  • Und Düsseldorf entwickelte sich gleichzeitig weiter.
  • Für mich ist genau diese Verbindung zwischen persönlicher Geschichte und Stadtgeschichte der eigentliche Reiz.

„St. Lambertus – Vergangenheit, Gegenwart und persönliche Erinnerung“

  • St. Lambertus zeigt, dass Geschichte nicht einfach irgendwann abgeschlossen ist.
  • Eine mittelalterliche Kirche kann im 20. Jahrhundert neue Kunst aufnehmen.
  • Ein jahrhundertealtes Archiv kann neu geordnet und wissenschaftlich erschlossen werden.
  • Eine vergessene Fürstengruft kann wiederentdeckt werden.
  • Ein neues Kunstwerk kann zum Düsseldorfer Symbol werden.
  • Und mitten in dieser Entwicklung kann ein persönlicher Lebensweg beginnen.
  • Mein Geburtsjahr 1962 ist deshalb für mich nicht nur eine Zahl in meiner Biografie.
  • Es ist gleichzeitig ein konkreter Zeitpunkt in der Geschichte von St. Lambertus.
  • Genau diese Verbindung macht die Basilika für mich zu einem besonderen Teil der Düsseldorfer Stadtgeschichte.
Click to rate this post!
[Total: 0 Average: 0]

Mehr entdecken

Der Japanische Garten in Düsseldorf

”Ein Ort der Ruhe, der Harmonie und Inspiration” Mitten im pulsierenden Herzen der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf, wo das moderne Großstadtleben rastlos pulsiert, existiert ein verborgenes Paradies der Stille. Wer die

Little Tokyo

Das japanische Viertel in Düsseldorf. “Japan mitten in Deutschland” Einleitung – Erleben. Entdecken. Wohlfühlen. Mitten in der lebendigen Rheinmetropole Düsseldorf entfaltet sich ein ganz besonderes Viertel, das sich wie eine

Das Capitol Theater

”Magische Momente und unvergessliche Erlebnisse im Capitol Theater Düsseldorf” ​Wenn der Abendhimmel über Düsseldorf sich in ein tiefes, romantisches Violett färbt und das sanfte Licht der Straßenlaternen sich im Wasser