Der Carlsplatz gehört heute zu den bekanntesten Plätzen Düsseldorfs. Wer über den Markt geht, denkt zunächst an frisches Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch, Käse, Blumen oder andere Spezialitäten. Doch unter diesem alltäglichen Marktleben steckt eine lange Geschichte.

„Der heutige Carlsplatz ist Teil der Carlstadt – und die Geschichte dieses Viertels beginnt nicht mit dem Markt, sondern mit der Veränderung Düsseldorfs von einer Festungsstadt zu einer modernen Stadt“

  • Mein Name ist Jakob Diener, ich bin freiberuflicher Journalist aus Nordrhein-Westfalen.

„Vom Festungsgebiet zur Carlstadt“

  • Düsseldorf war über Jahrhunderte stark durch seine Befestigungsanlagen geprägt. Mauern, Bastionen und Gräben schützten die Stadt und bestimmten gleichzeitig ihre räumliche Entwicklung.
  • Im 18. Jahrhundert änderte sich diese Situation. Die militärische Bedeutung der Befestigungsanlagen nahm ab, und Düsseldorf begann, über die Grenzen der alten Festungsstadt hinauszuwachsen.
  • 1787 wurde unter Kurfürst Carl Theodor mit der planmäßigen Entwicklung der heutigen Carlstadt begonnen. Teile der südlichen Befestigungsanlagen wurden aufgegeben und abgetragen. Das dadurch frei werdende Gelände konnte für eine neue Stadterweiterung genutzt werden.
  • Damit entstand Schritt für Schritt ein neuer Stadtteil südlich der bisherigen Altstadt.

„Ein geplanter Stadtteil“

  • Die Carlstadt entstand nicht zufällig. Straßen und Grundstücke wurden planmäßig angelegt. Das regelmäßige, teilweise nahezu geometrische Straßenraster unterscheidet das Viertel bis heute deutlich von den älteren, verwinkelteren Bereichen der Düsseldorfer Altstadt.
  • Der Name erinnert an Carl Theodor, unter dessen Herrschaft die Stadterweiterung begann.
  • Wo zuvor Festungsanlagen, Gräben und militärisch genutzte Flächen das Stadtbild bestimmten, entstand nun ein bürgerlich geprägtes Stadtviertel.
  • Die Geschichte des Carlsplatzes ist deshalb unmittelbar mit dieser Entwicklung verbunden.

„Die Festung verschwindet“

  • Mit dem Abbau der Befestigungsanlagen verschwand die militärische Funktion des Gebietes. Gleichzeitig blieb die Vergangenheit nicht vollständig unsichtbar.
  • Noch heute lassen sich an verschiedenen Stellen Düsseldorfs Spuren der früheren Festungsstadt erkennen. Unter Straßen und Gebäuden sowie in Teilen der ehemaligen Wall- und Grabenbereiche finden sich historische Zusammenhänge, die daran erinnern, dass die heutige Stadt auf einer wesentlich älteren Struktur aufbaut.
  • Der Carlsplatz liegt damit in einem Stadtgebiet, dessen Geschichte einen deutlichen Wandel widerspiegelt: von der befestigten Stadt über die geplante Stadterweiterung bis zum heutigen innerstädtischen Markt.

„Der Wochenmarkt kommt“

  • Der Platz selbst ist älter als der heutige Wochenmarkt.
  • Der Wochenmarkt auf dem Carlsplatz begann 1910. Damit erhielt der Platz eine neue Funktion, die ihn bis heute prägt.
  • Aus einem Teil der historischen Stadtentwicklung wurde ein Ort des täglichen Handels und der Begegnung.
  • Der Markt brachte Lebensmittel und Waren aus der Region in die Stadt und entwickelte sich zu einem festen Bestandteil des Düsseldorfer Alltags.
  • 2010 konnte der Carlsplatz deshalb auf 100 Jahre Marktgeschichte zurückblicken.

„Marktleben im 20. Jahrhundert“

  • Historische Fotografien zeigen, wie sehr sich der Carlsplatz im Laufe des 20. Jahrhunderts verändert hat.
  • Aufnahmen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zeigen bereits reges Markttreiben. Auch ein Karussell aus dem Jahr 1934 erinnert daran, dass der Platz nicht ausschließlich vom Handel geprägt war.
  • Fotos aus den 1950er- und 1960er-Jahren zeigen wiederum eine andere Zeit des Marktes. Die Stände, Fahrzeuge, Waren und Menschen vermitteln einen Eindruck vom alltäglichen Leben auf dem Carlsplatz.
  • 1958 kam mit dem Brunnen von Ferdinand Heseding ein weiteres prägendes Element hinzu.
  • Der Carlsplatz entwickelte sich damit immer weiter – ohne seine Funktion als Markt zu verlieren.

„1998 verändert sich das Erscheinungsbild“

  • Eine besonders sichtbare Veränderung erfolgte 1998.
  • Der Carlsplatz erhielt eine feste Glasüberdachung. Damit wurde der Markt unabhängiger von Witterungseinflüssen und bekam gleichzeitig sein bis heute prägendes Erscheinungsbild.
  • Die Überdachung wurde zu einem charakteristischen Bestandteil des Platzes und machte deutlich, dass sich ein historischer Markt auch an moderne Anforderungen anpassen kann.

„2024 – der Carlsplatz wird neu gestaltet“

  • Mehr als zwei Jahrzehnte später folgte eine weitere große Veränderung.
  • Nach einer rund 14-monatigen Planungs- und Bauphase wurde der Carlsplatz 2024 neu gestaltet.
  • Dabei ging es nicht darum, den Charakter des Marktes zu beseitigen, sondern den Platz für die heutigen Anforderungen weiterzuentwickeln.
  • Verbesserte Wege, neue Aufenthaltsmöglichkeiten, zusätzliche Begrünung und Veränderungen bei der Mobilität sollten den Platz übersichtlicher und attraktiver machen.
  • Damit setzte sich eine Entwicklung fort, die den Carlsplatz bereits seit mehr als einem Jahrhundert begleitet: Er verändert sein Erscheinungsbild, bleibt aber als Markt ein fester Bestandteil des Düsseldorfer Stadtlebens.

„Mehr als 60 Marktstände“

  • Heute prägen mehr als 60 Marktstände den Carlsplatz.
  • Das Angebot reicht von frischen Lebensmitteln bis zu Spezialitäten und gastronomischen Angeboten. Gleichzeitig ist der Markt längst mehr als eine reine Einkaufsstätte.
  • Menschen kommen zum Einkaufen, treffen sich, essen, trinken oder gehen einfach über den Platz.
  • Gerade diese Verbindung von Handel, Begegnung und Stadtgeschichte macht den Carlsplatz zu einem besonderen Ort innerhalb Düsseldorfs.

„Der Carlsplatz als Teil Düsseldorfs“

  • Wer heute über den Carlsplatz geht, sieht auf den ersten Blick einen lebendigen innerstädtischen Markt.
  • Doch die Geschichte reicht wesentlich weiter zurück.
  • Unter und rund um den heutigen Platz liegt die Geschichte einer Stadt, die sich von der befestigten Residenzstadt zur modernen Großstadt entwickelt hat. Die Aufgabe der Festungsanlagen ermöglichte ab 1787 die Entstehung der Carlstadt. Der Wochenmarkt kam 1910 hinzu. Das Marktleben überdauerte das 20. Jahrhundert, die Glasüberdachung veränderte den Platz 1998 und die Neugestaltung von 2024 führte ihn in die Gegenwart.
  • Der Carlsplatz ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie Stadtgeschichte nicht nur in Museen oder historischen Gebäuden zu finden ist.
  • Sie findet mitten im Alltag statt.
  • Der Carlsplatz ist nicht einfach nur ein Markt. Er ist ein Stück gewachsene Düsseldorfer Stadtgeschichte – mitten im Alltag der Gegenwart.

© Jakob Diener

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