”Geschichte, Rhein, Kultur, Brauchtum, Musik und rheinische Lebensart”

  • Wenn ich über Düsseldorf spreche, dann spreche ich nicht einfach über irgendeine deutsche Großstadt.
  • Ich spreche über meine Heimatstadt.
  • Ich bin am 17.03.1962 in Düsseldorf-Lierenfeld geboren und habe diese Stadt in meinem Leben aus ganz unterschiedlichen Perspektiven kennengelernt.
  • Als Düsseldorfer, als Rheinländer, als Musiker, als Berufsmusiker, als Berufskraftfahrer und Kraftverkehrsmeister und heute auch als Journalist.
  • Deshalb möchte ich die Düsseldorfer Altstadt nicht so beschreiben, wie man sie in einem gewöhnlichen Reiseführer findet.

“Ich möchte sie so betrachten, wie ich sie selbst empfinde”

  • Als historischen Mittelpunkt, als kulturelles Zentrum, als Ort des Brauchtums, als Treffpunkt der Menschen und als Teil Düsseldorfs, der sich ständig verändert und trotzdem seine Identität bewahrt.
  • Die Altstadt ist für mich deshalb wesentlich mehr als die berühmte „längste Theke der Welt“.

“Der historische Ursprung Düsseldorfs”

  • Wenn ich heute durch die Altstadt gehe oder gedanklich ihre Straßen betrachte, muss ich mir immer wieder bewusst machen, wie alt dieser kleine Stadtkern eigentlich ist.
  • Düsseldorf wurde am 14. August 1288 von Graf Adolf von Berg zur Stadt erhoben.
  • Damit begann eine Entwicklung, die über Jahrhunderte hinweg aus der kleinen Siedlung an der Düssel eine bedeutende Stadt am Rhein werden ließ.
  • Wenn ich heute durch die Altstadt schaue, sehe ich deshalb nicht nur Kneipen, Restaurants, Geschäfte und Besucher.
  • Unter dem heutigen Düsseldorf liegt eine Geschichte von mehr als sieben Jahrhunderten.

“Der Rhein und die Entstehung Düsseldorfs”

  • Der Rhein gehört für mich untrennbar zu Düsseldorf.
  • Ich kann mir meine Heimatstadt ohne diesen Fluss eigentlich nicht vorstellen.
  • Die Lage am Rhein war für die Entwicklung Düsseldorfs von enormer Bedeutung.
  • Der Fluss war Verkehrsweg, Handelsweg, Wirtschaftsraum und Verbindung zu anderen Regionen.

”Heute ist der Rhein für viele Menschen vor allem Erholung, Spaziergang, Sonnenuntergang und Rheinuferpromenade”

  • Aber hinter diesem modernen Bild steckt eine lange Geschichte des Handels und des Verkehrs.
  • Gerade als Berufskraftfahrer sehe ich den Rhein deshalb auch mit einem anderen Blick.
  • Düsseldorf war und ist eine Stadt, die mit anderen Regionen verbunden ist. Waren, Menschen und Ideen kamen über den Rhein und gingen von Düsseldorf aus weiter in die Welt.

”Die Rheinuferpromenade hat dieses Verhältnis zur Stadt noch einmal grundlegend verändert”

  • Der Rheinufertunnel wurde zwischen 1990 und 1993 gebaut, und nach der Fertigstellung der Promenade auf dem Tunneldach 1995 wurde der Autoverkehr aus diesem Bereich weitgehend unter die Erde verlagert.
  • Damit wurde das Rheinufer zu einem öffentlichen Raum, den Spaziergänger, Radfahrer und Besucher heute selbstverständlich nutzen.
  • Für mich ist das eines der schönsten Beispiele dafür, wie Düsseldorf seine Vergangenheit nicht einfach beseitigt, sondern eine Stadtlandschaft neu interpretiert.

“Burgplatz und Schlossturm”

  • Einer der Orte, an denen sich für mich die Geschichte Düsseldorfs besonders deutlich zeigt, ist der Burgplatz.
  • Hier treffen Rhein, Altstadt und Stadtgeschichte unmittelbar aufeinander.
  • Der Schlossturm erinnert an das frühere Düsseldorfer Schloss und damit an die Zeit, in der Düsseldorf immer stärker zum politischen und kulturellen Zentrum wurde.
  • Der Burgplatz ist heute zugleich Treffpunkt, Veranstaltungsort und einer der Orte, an denen Besucher Düsseldorf unmittelbar erleben.

“Für mich ist das typisch für die Altstadt”

  • Geschichte steht hier nicht hinter Glas.
  • Sie steht mitten im täglichen Leben.

“Das Rathaus und Jan Wellem”

  • Wenn ich an die Düsseldorfer Altstadt denke, darf natürlich das Rathaus am Marktplatz nicht fehlen.
  • Und vor dem Rathaus steht eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Düsseldorfer Geschichte:

“Jan Wellem”

  • Kurfürst Johann Wilhelm II. von der Pfalz, in Düsseldorf liebevoll Jan Wellem genannt, prägte die Stadt in besonderer Weise.
  • Unter seiner Herrschaft erlebte Düsseldorf eine glanzvolle Epoche als Residenzstadt.
  • Das Reiterstandbild von Gabriel de Grupello steht seit 1711 auf dem Marktplatz und gehört zu den bedeutendsten Barockplastiken nördlich der Alpen.
  • Wenn ich den Marktplatz betrachte, finde ich es faszinierend, dass dieses Denkmal bis heute mitten im täglichen Leben der Stadt steht.
  • Der Kurfürst blickt auf das Rathaus, auf die Menschen und auf das Treiben der Altstadt.
  • Und wenn Karneval gefeiert wird, ist Jan Wellem praktisch mittendrin.

“St. Lambertus und die Kirchen der Altstadt”

  • Wer die Düsseldorfer Altstadt verstehen möchte, muss auch ihre Kirchen verstehen.
  • St. Lambertus mit dem markanten schiefen Turm gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Düsseldorfs.
  • Die Basilika prägt das Bild des historischen Stadtkerns bis heute.
  • Aber auch die Neanderkirche, die Berger Kirche und weitere Gotteshäuser gehören zur Geschichte der Altstadt.
  • Sie erzählen von der religiösen Entwicklung Düsseldorfs und davon, dass die Stadt schon früh unterschiedliche Konfessionen und gesellschaftliche Gruppen beherbergte.
  • Die Kirchen sind damit nicht nur historische Gebäude.
  • Sie sind Bestandteil der gewachsenen Stadtstruktur.

“Heinrich Heine – einer der berühmtesten Söhne Düsseldorfs”

  • Wenn ich über Düsseldorf schreibe, darf Heinrich Heine natürlich nicht fehlen.
  • 1797 wurde Heinrich Heine in der Bolkerstraße geboren.
  • Sein Geburtshaus gehört heute zu den bekanntesten historischen Orten der Altstadt.
  • Heine steht für Literatur, politische Beobachtung, Ironie und einen scharfen Blick auf seine Zeit.

“Für mich zeigt Heine außerdem etwas ganz Besonderes”

  • Düsseldorf hat nie nur vom Handel oder vom politischen Leben gelebt.
  • Die Stadt hat immer auch Menschen hervorgebracht, die weit über Düsseldorf hinaus Bedeutung erlangten.
  • Und vielleicht passt genau das auch zu einem späteren Kapitel über Jacques Tilly.
  • Denn Düsseldorf besitzt eine lange Tradition darin, Autoritäten nicht einfach nur ernst zu nehmen.

“Kunst und Kultur”

  • Düsseldorf ist für mich auch eine Kunststadt.
  • Die Kunstakademie, die Kunsthalle, die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Museen, Galerien und zahlreiche weitere kulturelle Einrichtungen haben die Stadt weit über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus bekannt gemacht.
  • Diese kulturelle Tradition reicht weit zurück.
  • Bereits unter Jan Wellem wurden Kunst und Kultur in Düsseldorf besonders gefördert.
  • Die Altstadt selbst ist dabei eine Art kulturelle Bühne.
  • Zwischen historischen Gebäuden, Kirchen, Galerien, Theatern und öffentlichen Plätzen begegnen sich Geschichte und Gegenwart jeden Tag.

“Kabarett und Kleinkunst”

  • Ein Bereich, den man bei einer Altstadtanalyse ebenfalls nicht unterschlagen darf, ist das Kabarett.
  • Das Kom(m)ödchen gehört zu den bekannten Düsseldorfer Kulturinstitutionen und steht für eine Form politischer und gesellschaftlicher Satire, die hervorragend zu dieser Stadt passt.

“Auch hier sehe ich eine Verbindung zu dem, was Düsseldorf bis heute ausmacht”

  • Humor, Beobachtung, Kritik und die Bereitschaft, Dinge auch einmal gegen den Strich zu betrachten.

“Düsseldorf und die Musik”

  • Musik gehört für mich ganz persönlich zu Düsseldorf.
  • Ich bin selbst Berufsmusiker und habe Düsseldorf deshalb nicht nur als Zuhörer erlebt.
  • Musik ist für mich ein Teil meines eigenen Lebens und damit auch ein Teil meiner persönlichen Verbindung zu dieser Stadt.
  • Düsseldorf besitzt gleichzeitig eine bemerkenswerte Musikgeschichte.
  • Von klassischer Musik über Jazz und Rock bis hin zur elektronischen Musik hat die Stadt immer wieder Musiker und Bands hervorgebracht oder angezogen.

”Der sogenannte „Sound of Düsseldorf“ wurde international bekannt”

  • Kraftwerk und Die Toten Hosen gehören zu den Namen, die mit dieser Musikgeschichte verbunden sind.
  • Die Düsseldorfer Tourismusorganisation nennt ausdrücklich die Altstadt-Clubs als Teil dieser Entwicklung und verweist darauf, dass Kraftwerk und Die Toten Hosen ihre ersten Konzerte in der Altstadt spielten.
  • Das ist für mich besonders interessant, weil die Altstadt damit nicht nur historische Vergangenheit ist.
  • Sie war und ist auch ein Ort musikalischer Entwicklung.

“Die Philipshalle und meine eigene Musikerzeit”

  • Ich erinnere mich selbst an die Zeit, in der die Philipshalle für mich als Musiker eine Rolle spielte.
  • Dort haben wir damals als Musiker gespielt.
  • Heute heißt die Halle Mitsubishi Electric Halle.
  • Sie liegt nicht in der eigentlichen Altstadt, sondern in Oberbilk.
  • Trotzdem gehört sie für mich in das größere Bild der Düsseldorfer Musik- und Veranstaltungsgeschichte.
  • Denn Düsseldorf besteht eben nicht nur aus dem historischen Stadtkern.
  • Die Altstadt ist das Herz der historischen Stadt, aber die kulturelle und musikalische Energie Düsseldorfs reicht weit über ihre Grenzen hinaus.

“Karneval – wenn die Altstadt zur Bühne wird”

  • Und dann kommt der Düsseldorfer Karneval.
  • Den darf man bei einer Analyse der Altstadt auf keinen Fall vergessen.
  • Wenn der Hoppeditz erwacht und später an Altweiber das Rathaus gestürmt wird, verändert sich die Altstadt.
  • Der Marktplatz, das Rathaus, der Burgplatz und die Straßen rundherum werden zu einer großen Bühne.

”Auch 2026 wurde das Rathaus am 12. Februar gestürmt”

  • Der Kinder- und Jugendumzug führte vom Burgplatz durch die Altstadt, und am 16. Februar folgte der Rosenmontagszug.
  • Die politischen Themenwagen von Jacques Tilly gehörten wieder zu den bekanntesten Elementen des Zuges.

”Karneval ist dabei für mich mehr als Verkleidung und Feiern”

  • Er ist Brauchtum, Musik, Vereinsleben, Handwerk, Satire und gesellschaftliches Leben.
  • Musikvereine, Spielmannszüge, Schützenvereine und traditionelle Vereine gehören ebenso zu diesem Düsseldorf wie die großen Karnevalswagen.
  • “Jacques Tilly – der Mann, der Düsseldorf mit Pappmaché zum politischen Narren macht”
  • Und natürlich darf in diesem Zusammenhang einer nicht fehlen:

“Jacques Tilly”

  • Ich mag diesen Mann einfach.
  • Seine Wagen sind für mich ein Stück Düsseldorf.
  • Tilly verbindet Kunst, Karneval, politische Satire und handwerkliches Können miteinander.
  • Seine politischen Mottowagen sind längst weit über Düsseldorf hinaus bekannt.

”2026 bekam diese Geschichte eine internationale Dimension”

  • Ein Moskauer Gericht verurteilte Tilly am 2. April 2026 in Abwesenheit zu achteinhalb Jahren Haft.
  • Am 9. Juni 2026 bestätigte ein Berufungsgericht das Urteil.
  • Hintergrund waren unter anderem seine satirischen Darstellungen von Wladimir Putin, des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und des russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill.

”Tilly selbst erklärte nach der Bestätigung des Urteils, er wolle seine satirische Arbeit fortsetzen”

  • Bereits beim Düsseldorfer Rosenmontagszug am 16. Februar 2026 hatte er seine eigene Verfolgung durch die russische Justiz in einem neuen Motivwagen thematisiert.
  • Für mich zeigt diese Geschichte vor allem, wie weit die Wirkung Düsseldorfer Karnevalssatire reichen kann.

”Ausgerechnet ein Karnevalswagen aus Düsseldorf kann international für Aufmerksamkeit sorgen”

  • Deshalb möchte ich Jacques Tilly auch noch einmal in einem eigenen Beitrag ausführlicher vorstellen.
  • Der Arbeitstitel steht für mich schon fest!
  • „Jacques Tilly – der Mann, der Düsseldorf mit Pappmaché zum politischen Narren macht.“

“Die längste Theke der Welt”

  • Und jetzt sind wir bei dem Begriff angekommen, den wahrscheinlich die meisten Menschen außerhalb Düsseldorfs mit der Altstadt verbinden!

“Die „längste Theke der Welt”

  • Ich kenne diesen Begriff natürlich seit meiner Jugend.
  • Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir bewusst, dass er eigentlich nur einen Teil der Altstadt beschreibt.

”Die Düsseldorfer Altstadt umfasst nach Angaben von Visit Düsseldorf rund 260 Kneipen, Restaurants und Bars auf etwa einem halben Quadratkilometer”

  • Die „längste Theke der Welt“ ist deshalb keine einzelne Theke, sondern ein Begriff für diesen gesamten gastronomischen Mikrokosmos.

”Das ist schon beeindruckend”

  • Aber die Altstadt ist eben nicht nur eine Vergnügungsmeile.
  • Sie ist Rathaus und Kirche, Kunst und Literatur, Musik und Karneval, Rhein und Handel, Geschichte und Gegenwart.

“Das Altbier und die Brauhäuser”

  • Zum Begriff der längsten Theke gehört natürlich das Düsseldorfer Altbier.
  • Die Hausbrauereien sind ein wichtiger Bestandteil der Düsseldorfer Altstadtkultur.
  • Das Alt ist obergärig gebraut und gehört zu den Produkten, mit denen Düsseldorf weit über die Stadtgrenzen hinaus verbunden wird.

”Füchschen, Uerige, Schlüssel, Kürzer und weitere Brauhäuser und Gaststätten stehen für unterschiedliche Generationen und unterschiedliche Formen der Düsseldorfer Gastronomie”

  • Das Brauhaus ist dabei für mich nicht einfach nur ein Restaurant.
  • Es ist ein gesellschaftlicher Ort.
  • Hier treffen sich Düsseldorfer und Besucher.
  • Hier wird diskutiert, gefeiert, gegessen und natürlich Alt getrunken.

“Rheinische Küche – Sauerkraut, Haxe und mehr”

  • Zur Düsseldorfer Altstadt gehört für mich aber nicht nur das Altbier, sondern auch die rheinische Küche.
  • Wenn ich an traditionelle Düsseldorfer Brauhäuser denke, dann gehören deftige Gerichte einfach dazu.
  • Sauerkraut mit Haxe ist für viele Menschen geradezu ein Sinnbild für traditionelle Brauhausküche.
  • Natürlich sind Sauerkraut und Schweinshaxe keine ausschließlich Düsseldorfer Erfindungen.
  • Diese Gerichte gehören zu einer wesentlich größeren deutschen und mitteleuropäischen Küchentradition.

”In Düsseldorf haben sie aber ihren festen Platz in der Gastronomie und passen besonders gut zur traditionellen Brauhauskultur”

  • Daneben gehören für mich auch Gerichte wie Rheinischer Sauerbraten und Himmel und Äd in dieses kulinarische Bild.
  • Und auch der Halve Hahn darf in einer Betrachtung der Düsseldorfer Gastronomie nicht fehlen.
  • “Dabei ist schon der Name ein schönes Beispiel für rheinischen Humor”
  • Hinter dem „Halven Hahn“ verbirgt sich traditionell kein halbes Hähnchen, sondern ein Roggenbrötchen mit Käse, Zwiebeln und weiteren Zutaten.
  • Eine ganz besondere Geschichte verbindet Düsseldorf außerdem mit dem Senf.

“Düsseldorfer Mostert und die Senftradition”

  • Wenn ich heute über Düsseldorfer Küche schreibe, denke ich automatisch an Senf.
  • Mein persönlicher Bezug dazu ist allerdings noch viel stärker, denn ich habe Düsseldorfer Senf nicht nur gegessen.
  • Ich habe den Rohstoff dafür selbst gefahren.

”In meinem Besitz befindet sich noch ein altes graues Steingutgefäß mit dunkelblauem Deckel”

  • Darauf stehen die Buchstaben ABB und das Ankerzeichen mit der Jahreszahl 1726.
  • Dieses Gefäß gehört für mich inzwischen fast zu einem kleinen Stück Düsseldorfer Industriegeschichte.
  • ABB steht für Adam Bernhard Bergrath.
  • Die Senftradition reicht bis 1726 zurück.

”Der charakteristische ABB-Mostert wurde über fast 300 Jahre in Düsseldorf hergestellt”

  • 1965 wurde ABB von Löwensenf übernommen, 2001 ging Löwensenf an Develey.
  • Heute ist diese Düsseldorfer Produktionsgeschichte beendet.
  • 2025 wurde die Herstellung des ABB-Mosterts von Düsseldorf nach Moers verlagert.
  • Damit endete die fast 300-jährige Produktion dieses Senfs in Düsseldorf.

“Bei Löwensenf ist die Entwicklung etwas anders”

  • Die Marke besteht weiter, aber die Produktion am Düsseldorfer Standort wurde bis Ende 2025 schrittweise beendet und auf andere Standorte der Develey-Gruppe verlagert.

“Das bedeutet für mich”

  • Der Düsseldorfer Senf lebt als Marke und Tradition weiter, aber die jahrhundertealte Herstellung vor Ort ist in dieser Form Geschichte.

“Senfkörner aus Kanada – meine Erinnerung als Fernfahrer”

  • Mit dem Düsseldorfer Senf verbinde ich eine ganz persönliche Erinnerung aus meiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Fernfahrer.
  • Ich habe bei Develey in Düsseldorf sehr oft Waren angeliefert.
  • Dazu gehörten auch Senfkörner, die ich zuvor in der Hansestadt Hamburg geladen hatte.
  • Bei einem Teil dieser Ladungen weiß ich noch genau, dass die Senfkörner aus Kanada kamen.
  • Das kann ich aus meiner eigenen Erinnerung als Fahrer bestätigen.
  • Bei anderen möglichen Herkunftsländern möchte ich mich heute nicht mehr festlegen, weil ich das nach so vielen Jahren nicht mit derselben Sicherheit sagen kann.

”Die Senfkörner kamen als Massenschüttgut nach Hamburg und wurden dort für den weiteren Landtransport in sogenannte Big Bags verpackt”

  • Das waren große, stabile weiße Säcke, die jeweils etwa 1.000 Kilogramm Schüttgut aufnehmen konnten.
  • Ich kenne diese Transportform aus meiner eigenen Arbeit sehr genau.
  • Über Jahrzehnte war ich mit Kühlfahrzeugen unterwegs und habe dabei die unterschiedlichsten Waren transportiert.

”Die Senfkörner wurden in Hamburg in diesen großen Big Bags für den Weitertransport bereitgestellt”

  • Anschließend ging es mit dem Lkw von Hamburg nach Düsseldorf zu Develey.
  • Wenn ich heute darüber nachdenke, war das eigentlich eine internationale Transportkette, die für mich damals ein völlig normaler Arbeitsalltag war.
  • Die Senfkörner kamen aus Kanada nach Hamburg, wurden dort für den Landtransport vorbereitet und anschließend von mir nach Düsseldorf gebracht.
  • Dort wurden sie zu einem Rohstoff für die Senfproduktion.

”Für mich als Fernfahrer war das keine theoretische Geschichte über internationalen Handel”

  • Ich saß selbst am Steuer und brachte die Ware von Hamburg nach Düsseldorf.
  • Ich habe Europa und den internationalen Warenverkehr nicht aus einem Lehrbuch kennengelernt.
  • Ich habe ihn selbst gefahren.
  • Genau deshalb gehört diese Erinnerung für mich auch in meine Betrachtung der Düsseldorfer Senftradition.

”Denn hinter einem Glas Senf steckt nicht nur ein Rezept”

  • Dahinter stehen Landwirtschaft, internationaler Handel, Schifffahrt, Umschlag, Verpackung, Transport, Produktion und schließlich das fertige Produkt.
  • Und mein altes ABB-Steingutgefäß mit dem Anker und der Jahreszahl 1726 verbindet diese Geschichte für mich noch einmal ganz persönlich mit Düsseldorf.
  • Es ist ein kleines Stück Düsseldorfer Senfgeschichte – und gleichzeitig eine Erinnerung an meine eigene Arbeit als Fernfahrer.

“Die Straßen der Altstadt”

  • Ich finde es immer wieder interessant, wie viel Geschichte in den Straßennamen steckt.
  • Bolkerstraße, Ratinger Straße, Flinger Straße, Berger Straße, Kurze Straße und andere Straßen sind für mich keine bloßen Wege von A nach B.
  • Sie bilden das Geflecht der Altstadt.

“Die Bolkerstraße verbindet dabei für mich mehrere Düsseldorf-Geschichten miteinander”

  • Heinrich Heine, Gastronomie, Brauchtum und heutiges Nachtleben liegen hier praktisch nebeneinander.
  • Die Ratinger Straße besitzt wiederum ihren eigenen Charakter und ist eng mit der jüngeren Kultur- und Kneipengeschichte Düsseldorfs verbunden.
  • Die Altstadt ist eben kein einheitlicher Raum.
  • Jede Straße hat ihre eigene Atmosphäre.

“Der Carlsplatz und die Markttradition”

  • Auch der Carlsplatz gehört in dieses Bild.
  • Märkte sind ein Teil der historischen Stadtentwicklung.
  • Sie bringen Handel und Menschen zusammen und machen eine Stadt unmittelbar erlebbar.
  • Heute ist der Carlsplatz gleichzeitig traditioneller Markt und moderner Foodmarkt.
  • Auch Visit Düsseldorf hebt ihn als einen wichtigen Anlaufpunkt der Altstadt hervor.
  • Für mich ist gerade das ein wichtiger Unterschied zwischen einer künstlich geschaffenen Touristenkulisse und einer wirklich gewachsenen Stadt.
  • Düsseldorf hat solche Orte nicht erst für den Tourismus erfunden.
  • Sie sind aus dem Leben der Stadt entstanden.

“Düsseldorf als Handelsstadt”

  • Und hier kommt meine eigene berufliche Geschichte wieder ins Spiel.
  • Ich war nicht nur Musiker.
  • Ich war auch Berufskraftfahrer und Kraftverkehrsmeister.
  • Ich habe sehr viel am Düsseldorfer Großmarkt geladen und dort gearbeitet.
  • Für mich war Düsseldorf deshalb nicht nur eine Stadt, durch die man spazieren geht.
  • Düsseldorf war auch ein Ort, an dem gearbeitet, geladen, geliefert und gehandelt wurde.

”Der Düsseldorfer Großmarkt in Derendorf war über Jahrzehnte ein wichtiger Bestandteil dieser Handels- und Versorgungsstruktur”

  • Die städtische Einrichtung wurde jedoch zum 31. Dezember 2024 endgültig aufgelöst.
  • Der Blumengroßmarkt blieb bestehen.
  • Der Großmarkt lag allerdings nicht in der Altstadt.
  • Und genau diese geographische Unterscheidung ist mir wichtig.
  • Wenn ich ihn in meiner Altstadtanalyse erwähne, dann deshalb, weil er zu dem größeren Düsseldorf gehört, das hinter der historischen Altstadt steht:
  • Zu einer Stadt des Handels, der Versorgung, der Logistik und des Warenverkehrs.

“Europa auf Düsseldorfs Straßen”

  • Ich habe Waren aus Spanien, Italien und Portugal nach Düsseldorf gebracht.
  • Ich erinnere mich an Orangen, Nektarinen, Clementinen und grüne und blaue Trauben aus Südspanien.
  • Ich habe auch frischen Fisch aus Südfrankreich gefahren.
  • Damit verbindet sich für mich etwas ganz Besonderes.

”Wenn ich heute über Düsseldorf und Europa nachdenke, dann ist Europa für mich nicht nur eine politische Idee oder eine Landkarte”

  • Ich habe Europa gefahren.
  • Ich habe Europa auf der Straße erlebt.
  • Ich habe Waren aus verschiedenen europäischen Ländern nach Düsseldorf gebracht.
  • Ich habe erlebt, wie Waren über Straßen, Grenzen und Länder hinweg transportiert werden und schließlich in Düsseldorf ankamen.
  • Düsseldorf war für mich damit auch ein Teil eines europäischen Warenkreislaufs.
  • Genau diese Seite Düsseldorfs wird in vielen Darstellungen der Altstadt kaum sichtbar.
  • Für mich gehört sie aber unbedingt dazu.

“Düsseldorf als internationale Stadt”

  • Düsseldorf ist heute eine internationale Stadt.
  • Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern leben, arbeiten und besuchen die Stadt.
  • Besonders die Verbindung zu Japan ist inzwischen ein fester Bestandteil des Düsseldorfer Stadtbildes.
  • Aber auch Spanien, Italien, Portugal, Frankreich und viele andere Länder gehören zur internationalen Geschichte Düsseldorfs.

”Für mich ist das nichts Abstraktes”

  • Ich habe selbst jahrzehntelang in Europa gearbeitet und dadurch erlebt, wie eng die Länder miteinander verbunden sind.
  • Deshalb sehe ich Düsseldorf nicht als abgeschlossene Stadt.
  • Düsseldorf ist eine Stadt am Rhein, aber gleichzeitig eine Stadt mitten in Europa.

“Schützenwesen, Vereine und Brauchtum”

  • Wenn wir über Düsseldorf sprechen, dürfen wir auch die vielen Vereine nicht vergessen.
  • Schützenvereine, Musikvereine, Spielmannszüge und andere Brauchtumsvereine tragen einen Teil der Stadtgeschichte weiter.
  • Dazu gehören auch traditionelle Trachtenvereine und die Menschen, die sich über Jahrzehnte hinweg ehrenamtlich für diese Traditionen engagieren.
  • Das ist eine Seite Düsseldorfs, die man als Besucher vielleicht nicht sofort sieht.
  • Aber gerade diese Vereine halten Tradition lebendig.

“Die große Kirmes am Rhein”

  • Auch die Düsseldorfer Rheinkirmes gehört für mich in dieses Gesamtbild.
  • Sie findet zwar nicht in der Altstadt selbst statt, sondern auf den Oberkasseler Rheinwiesen.
  • Aber sie gehört zum Düsseldorfer Jahreslauf und zum Verhältnis der Stadt zu ihrem Rhein.
  • Hier verbinden sich Schützenwesen, Brauchtum, Schausteller, Musik, Gastronomie und Besucher zu einem großen Volksfest.

“Wieder zeigt sich”

  • Düsseldorf lebt nicht nur in seinen historischen Mauern.
  • Die Stadt strahlt weit darüber hinaus.
  • Die Altstadt und die moderne Innenstadt
  • Für mich ist es außerdem wichtig, die Altstadt nicht künstlich von der übrigen Innenstadt zu trennen.
  • Über die Heinrich-Heine-Allee, die Flinger Straße und die umliegenden Bereiche geht die historische Altstadt in das moderne Düsseldorf über.
  • Nur wenige Schritte können einen vom mittelalterlichen Stadtkern in eine moderne Einkaufs- und Geschäftslandschaft führen.
  • Königsallee, Schadowstraße, moderne Bürogebäude, internationale Unternehmen und die historische Altstadt liegen dicht beieinander.

“Auch das ist Düsseldorf”

  • Eine Stadt, in der verschiedene Zeiten unmittelbar nebeneinanderstehen.

“Düsseldorf damals und Düsseldorf heute”

  • Vielleicht ist das für mich persönlich der interessanteste Punkt.
  • Ich bin 1962 in Düsseldorf-Lierenfeld geboren.
  • Wenn ich heute auf Düsseldorf schaue, sehe ich deshalb nicht nur die Stadt, die ich heute kenne.

”Ich sehe auch das Düsseldorf meiner Kindheit und Jugend”

  • Eine Stadt verändert sich.
  • Straßen verändern sich.
  • Gebäude verschwinden oder werden saniert
  • Geschäfte wechseln.
  • Menschen kommen und gehen.
  • Verkehrskonzepte ändern sich.
  • Neue kulturelle Orte entstehen.
  • Aber bestimmte Dinge bleiben.
  • Der Rhein bleibt.
  • Der Burgplatz bleibt.
  • Das Rathaus bleibt.
  • St. Lambertus bleibt.
  • Heinrich Heine bleibt.
  • Jan Wellem bleibt.
  • Das Altbier bleibt.
  • Der Karneval bleibt.
  • Und irgendwo dazwischen bleibt auch dieses besondere Düsseldorfer Lebensgefühl.

“Die Altstadt als lebendiges Gedächtnis der Stadt”

  • Für mich ist die Düsseldorfer Altstadt deshalb fast wie ein lebendiges Gedächtnis.
  • Hier kann ich Geschichte sehen, aber gleichzeitig Gegenwart erleben.
  • Hier stehen mittelalterliche und frühneuzeitliche Zeugnisse neben moderner Kunst.
  • Hier treffen Kirche und Karneval, Literatur und Nachtleben, Brauchtum und internationale Gäste aufeinander.
  • Hier kann ein Mensch am Marktplatz vor dem Jan-Wellem-Denkmal stehen und wenige Minuten später am Rhein sitzen.
  • Hier kann man in einer Straße über Heinrich Heine sprechen und in der nächsten Straße über Musik.
  • Hier kann man ein Altbier trinken, Sauerkraut und Haxe essen und anschließend am Rheinufer entlanggehen.
  • Und genau diese Mischung macht die Altstadt für mich so unverwechselbar.

“Meine persönliche Verbindung zur Altstadt”

  • Wenn ich meine eigene Geschichte mit der Düsseldorfer Altstadt verbinde, dann kommen viele verschiedene Erinnerungen zusammen.
  • Ich war Musiker.
  • Ich habe als Berufsmusiker auf Bühnen gestanden.
  • Ich war Berufskraftfahrer und Kraftverkehrsmeister.
  • Ich habe Waren nach Düsseldorf gebracht und am Großmarkt geladen.
  • Ich habe Senfkörner aus Kanada über Hamburg nach Düsseldorf gefahren.
  • Ich habe frisches Obst aus Spanien und andere Waren aus Europa transportiert.
  • Ich habe Europa auf den Straßen erlebt.
  • Ich bin in Düsseldorf geboren.

”Und heute schreibe ich als Journalist über diese Stadt”

  • Dadurch sehe ich Düsseldorf nicht aus nur einer Perspektive.
  • Ich sehe die Stadt als Musiker.
  • Ich sehe sie als Fahrer.
  • Ich sehe sie als Rheinländer.
  • Und ich sehe sie als Journalist.
  • Vielleicht ist genau das der Grund, warum mir die Düsseldorfer Altstadt so viel bedeutet.
  • Sie ist nicht nur ein Ort.
  • Sie ist ein Stück meiner eigenen Lebensgeschichte.

“Die Düsseldorfer Altstadt ist mehr als die längste Theke der Welt”

  • Wenn ich am Ende dieser Betrachtung wieder zu dem bekannten Begriff zurückkehre, dann bleibt für mich eine Erkenntnis:
  • Ja, die Düsseldorfer Altstadt ist die „längste Theke der Welt“.
  • Aber sie ist gleichzeitig sehr viel mehr.
  • Sie ist der historische Kern einer Stadt, deren Entwicklung bis ins Mittelalter zurückreicht.
  • Sie ist der Ort von Rathaus, Burgplatz und St. Lambertus.
  • Sie ist mit Jan Wellem, Heinrich Heine und der Kunstgeschichte Düsseldorfs verbunden.
  • Sie ist Bühne für Karneval und politische Satire.
  • Sie ist Heimat von Musik, Kabarett und Brauchtum.
  • Sie ist Treffpunkt für Menschen aus Düsseldorf und der ganzen Welt.
  • Sie ist kulinarische Heimat von Altbier, Brauhausküche, Sauerkraut, Haxe, Sauerbraten, Himmel und Äd, Halvem Hahn und Düsseldorfer Senf.
  • Und sie liegt unmittelbar am Rhein, jenem Fluss, der Düsseldorf über Jahrhunderte geprägt und mit Europa verbunden hat.

”Für mich persönlich kommt noch etwas hinzu”

  • Ich bin in dieser Stadt geboren.
  • Ich habe in ihr Musik gemacht.
  • Ich habe für sie gearbeitet.
  • Ich habe Waren aus Europa nach Düsseldorf gebracht.
  • Ich habe Senfkörner aus Kanada von Hamburg nach Düsseldorf gefahren.
  • Ich habe erlebt, wie sich diese Stadt verändert hat.
  • Und ich habe gelernt, dass eine Stadt nicht nur aus Gebäuden besteht.

”Eine Stadt besteht aus Menschen”

  • Aus Arbeit.
  • Aus Erinnerungen.
  • Aus Geschichten.
  • Aus Musik.
  • Aus Essen.
  • Aus Brauchtum.
  • Aus Handel.
  • Aus dem Rhein.
  • Und aus dem Gefühl, irgendwo zu Hause zu sein.

”Deshalb kann ich die Düsseldorfer Altstadt nicht einfach nur als Sehenswürdigkeit betrachten”

  • Für mich ist sie ein Stück Heimat.
  • Ein Stück Geschichte.
  • Ein Stück Kultur.
  • Ein Stück Europa.
  • Und vor allem ein Stück Düsseldorf.
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